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Technischer Anwendungsfall

In vielen Gebäuden existieren Einbruchmeldesysteme und KNX Gebäudeautomation parallel, ohne ihre Daten sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Dadurch bleiben wertvolle Informationen ungenutzt, während gleichzeitig zusätzliche Sensorik installiert wird. Beleuchtungs- und Temperaturfunktionen werden häufig über separate KNX Sensoren realisiert, obwohl sicherheitstechnische Systeme diese Informationen bereits liefern. Das führt zu redundanter Hardware, erhöhtem Installationsaufwand und ungenutzten Synergien im Gebäudebetrieb – sowohl technisch als auch wirtschaftlich. Genau hier setzt die Integration des NOX Einbruchmeldesystems in eine KNX/EIB Umgebung an: Sicherheitsrelevante Ereignisse und Systemzustände werden für gebäudetechnische Funktionen nutzbar gemacht und gezielt in die Gebäudeautomation integriert. So lassen sich Beleuchtung, Temperatur sowie Rollläden und Jalousien automatisch steuern, sobald sich der Status der Einbruchmeldeanlage ändert. Grundlage dafür ist die TIO Funktionalität von NOX, die eine standardisierte und bidirektionale Kommunikation zwischen Sicherheits- und KNX System ermöglicht. Auf diese Weise können vorhandene Sensoren mehrfach genutzt, Installationskosten reduziert und Sicherheit sowie Energieeffizienz intelligent miteinander verbunden werden – bei klarer Systemtrennung und zukunftssicherer Integration in die KNX Gebäudeautomation.

Ausgangssituation

In Gebäuden mit KNX Gebäudeautomation und separaten Einbruchmeldesystemen werden Beleuchtungs- und Temperaturfunktionen häufig redundant über separate Sensoren (z. B. Bewegungsmelder) realisiert. Ziel ist es, sicherheitsrelevante Ereignisse aus dem NOX System für gebäudetechnische Funktionen zu nutzen.

Systemübersicht

Kommunikationsintegration (technisch)

Die IP-basierte Integration verbindet NOX und KNX über die TIO-Funktionalität des NOX Systems und eine IntesisBox als Gateway. Sicherheitsrelevante Ereignisse und Statusmeldungen werden bidirektional übertragen und können gezielt für Funktionen wie Beleuchtung, Temperaturregelung oder Beschattung genutzt werden. Die bestehende Netzwerkinfrastruktur bildet dabei die Grundlage für eine effiziente Vernetzung von Sicherheits- und Gebäudeautomation.

1. Protokoll:
KNX/EIB
2. Physikalische Schnittstelle:
TCP/IP
3. NOX Verbindung:
TIO über IP
4. Bidirektionale Kommunikation:
Ja – Senden und Empfangen von Nachrichten
5. Zusätzliche Middleware:
IntesisBox

Anwendungsszenarien

Beleuchtungssteuerung über NOX Bewegungsmelder

Szenario 1

Szenario:

  • Ein mit NOX verbundener Bewegungsmelder erkennt Bewegungen
  • NOX generiert eine Meldung
  • Die Meldung wird an das KNX System übertragen
  • KNX schaltet die definierten Beleuchtungskreise

Technischer Vorteil:

Keine separaten KNX Bewegungsmelder erforderlich -> geringere Hardware- und Installationskosten.

Temperaturregelung bei Aktivierung

Szenario 2

Szenario:

  • Die Alarmanlage ist scharf geschaltet
  • KNX erhält eine Statusmeldung
  • KNX stellt die definierten Temperatursollwerte für das gesamte Gebäude oder ausgewählte Zonen ein

 

Technischer Vorteil:

Automatisierte Energieoptimierung über den Systemstatus.

Jalousiesteuerung über NOX Status

Szenario 3

Szenario:

  • Die Alarmanlage ist scharf oder unscharf geschaltet
  • NOX sendet eine Statusmeldung an KNX
  • Das KNX System fährt die Jalousien oder Rollläden für das gesamte Gebäude oder ausgewählte Bereiche hoch oder runter

Technischer Vorteil:

Nutzung des Scharf-/Unscharf-Status als automatisches Steuersignal für Rollläden und Jalousien.

Technische Vorteile

  • Nutzung vorhandener Sensortechnik für mehrere Systeme

  • Reduzierung redundanter Feldgeräte
  • Klare Systemtrennung bei gleichzeitiger Integration

  • Standardisierte KNX Kommunikation
  • Skalierbar auf zusätzliche KNX Funktionen
  • Energieeinsparungen durch reduzierte Energieverluste

Wirtschaftlicher Mehrwert und ROI

Durch die Nutzung vorhandener Sicherheits- und Zutrittsdaten lassen sich Energieverbrauch, Flächennutzung und Betriebsprozesse intelligent steuern, ohne zusätzliche Sensorik zu installieren. Basierend auf einem beispielhaften Bürogebäude mit rund 5.000 m² Nutzfläche können durch die nutzungsabhängige Steuerung Einsparungen in folgenden Bereichen erzielt werden:

ⓘ Da vorhandene Sicherheits- und Zutrittsdaten genutzt werden, ist in vielen Fällen keine zusätzliche Sensorik erforderlich. Dadurch amortisiert sich die Integration häufig innerhalb von 6 bis 24 Monaten.

Mehrwert für Planung, Umsetzung und Betrieb

NOX verbindet Sicherheitstechnik und Gebäudeautomation nicht nur technisch, sondern macht vorhandene Sicherheitsdaten für einen wirtschaftlicheren Gebäudebetrieb nutzbar.

Während klassische Integrationen primär den Datenaustausch zwischen Systemen ermöglichen, nutzt NOX Status- und Ereignisdaten aktiv für die Steuerung gebäudetechnischer Funktionen. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Mehrwert für alle Projektbeteiligten, von der Planung über die Realisierung bis hin zum späteren Gebäudebetrieb.

Typische Anwendungsbereiche

  • Bürogebäude
  • Öffentliche Gebäude
  • Gewerbeimmobilien
  • Energieoptimierte Gebäude
  • Lager
  • Selten genutzte Gebäude / Bereiche

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